Home
News
Tatjana und Cor
Die Höfe
Die Pferde
Angebot und Kurse
Termine
Fotoshootings
Klassisch - Was ist das?
Barocke Pferderassen
Hohe Schule
Seitengänge
Zirzensik
Handarbeit
Doppellonge
Poesie
Gästebuch
Kontakt
Links
Impressum


In der klassischen Reitkunst werden Lektionen des höchsten Schwierigkeitsgrades als Hohe Schule bezeichnet. Die Hohe Schule verlangt eine vollkommene Gymnastizierung und höchsten Kraftaufwand vom Pferd.

Dabei wird unterschieden zwischen den Schulen auf der Erde und den Schulen über der Erde (Schulsprünge).

SCHULEN AUF DER ERDE

Galopppirouette

Die Galopppirouette wird meist als ganze oder halbe Pirouette ausgeführt. Dabei bewegt sich die Vorhand in einem Kreis um die Hinterhand, das Pferd ist in die Bewegungsrichtung gestellt und gebogen. Wichtig ist dabei, das der Dreitakt des Galoppes nicht verloren geht, die Hinterbeine müssen gleichmäßig unterspringen. Die ganze Pirouette wird in 6 - 8 Sprüngen ausgeführt.

Fliegender Galoppwechsel

Ein fliegender Galoppwechsel ist ein Wechsel vom Rechts- in den Linksgalopp im Galopp (oder umgekehrt). Nuno Olivera bezeichnet es als "ein erneutes Angaloppieren aus dem Galopp". Das Pferd führt den Wechsel dabei in der Schwebephase des Galoppes aus, indem es erst hinten und dann vorne umspringt.

Springt das Pferd den Wechsel nicht in einer, sondern in zwei Schwebephasen (also in zwei Galoppsprüngen), spricht man davon, der Wechsel sei "nachgesprungen". Dies wird als Fehler gewertet. Meist wechselt das Pferd dabei auch zuerst vorne.

Bei den Serienwechseln werden die Wechsel je nach Anforderung (Zweier-, Dreier-, Viererwechsel) mit einem, zwei oder drei "normalen" Galoppsprüngen dazwischen gesprungen.

Eine Steigerung der Schwierigkeit sind die Einerwechsel, auch Wechsel á Tempi genannt. Dabei springt das Pferd bei jedem Sprung um, ohne einen "normalen" Galoppsprung dazwischen. Dabei muß darauf geachtet werden, das das Pferd im Wechsel "in sich gerade" bleibt. Der Reiter darf sich dabei nicht übertrieben nach rechts oder links werfen, um das Pferd nicht aus der Balance zu bringen.

Die höchste Schwierigkeit sind die auf gebogener Linie gesprungenen Einerwechsel.

Terre á Terre

Das Terre á Terre ist ein Zweitaktgalopp, bei dem das Pferd abwechselnd mit beiden Vorder- und beiden Hinterbeinen wenig abspringt (Schaukelpferd-Galopp). Das Pferd erhebt sich dabei nicht weit vom Boden, der Raumgewinn ist sehr gering.

Das Terre á Terre wird oft angewendet, um einen Schulsprung vorzubereiten.

Passage

Die Passage ist ein Trab mit verzögerter Schwebephase und stark untergesetzter Hinterhand. Der Raumgriff wird geringer, die Tritte erhabener. Die Unterarme werden bis fast zur waagrechten angehoben. Das Pferd drückt sich federnd mit dem jeweiligen diagonalen Beinpaar ab.

Man kann die Passage sehr schön bei Hengsten im Imponiergehabe erkennen.

Piaffe

Die Piaffe ist eine trabartige Bewegung, bei der das Pferd sich in höchster Versammlung befindet. Die Kruppe senkt sich durch die starke Hankenbeugung sichtbar ab, die Vorhand "erhebt" sich. Das Pferd fußt aktiv und federnd ab, bleibt dabei im Takt und steht ganz leicht an den Hilfen. Der Raumgewinn beträgt nicht mehr als eine Hufbreit. Die Hinterhand muß deutlich mehr Gewicht aufnehmen.

Falsch ist es, wenn bei der Piaffe das Pferd zurücktritt oder hinten "hüpft", also die Hinterhand nicht genügend untersetzt.

SCHULEN ÜBER DER ERDE

Levade

Die Levade ist Ausdruck höchster Versammlung und maximaler Hankenbiegung. Meist aus der Piaffe heraus senkt das Pferd die Hanken und erhebt die Vorhand im etwa 45-Grad-Winkel, keinesfalls steiler. Anders als beim Steigen erhebt sich hierbei die Vorhand nicht aus dem Schwung, sondern aus der Kraft der Hinterhand, welche volle 100% des Gewichtes aufnehmen muß.

Die Vorhand ist angewinkelt, und das Pferd kann in vollendeter Levade einige Sekunden in dieser Position verharren.

Pesade

Bei der Pesade erhebt sich das Pferd ebenfalls auf die Hinterhand, doch ist der Winkel steiler als bei der Levade und die Hankenbeugung nicht so stark.

Man sieht die Pesade oft in Vorbereitung zu Schulsprüngen.

Courbette

Bei der Courbette erhebt sich das Pferd steil auf die Hinterbeine und vollführt mehrere Sprünge, ohne dabei die Vorhand abzusetzen. Gut trainierte Pferde können mehr als 20 Sprünge hintereinander ausführen.

Croupade

Die Croupade hat mehrere Bedeutungen, damit es einfacher ist, wird hier die Ausführung von Saumur beschrieben. Dort bedeutet Croupade das Ausschlagen der Hinterbeine, doch anders als bei der Kapriole bleibt das Pferd dabei mit den Vorderbeinen auf dem Boden.

Ballotade

Bei der Ballotade springt das Pferd in die Luft und zieht dabei - anders als bei der Kapriole - die Hinterbeine unter den Bauch.

Die Ballotade wird auch als Vorstufe zur Kapriole gebraucht.

Kapriole

Die Kapriole ist der schwierigste und auch gefährlichste aller Schulsprünge. Das Pferd springt kraftvoll nach oben ab und schlägt in dem Moment, in dem es sich waagrecht in der Luft befindet, mit den Hinterbeinen aus.

Die Kapriole gleicht einer "Explosion in der Luft"!


Alle Schulsprünge kommen aus der Kriegsreiterei, wo die Reiter auf Kraft und Können ihrer Pferde angewiesen waren. Das Pferd wurde dabei als Schutz, Abwehr und Waffe gebraucht. War ein Reiter beispielsweise von Feinden eingekreist, konnte er sich mit einer kraftvollen Kapriole mit einem Schlag befreien.